Jahresbericht 2025
Beste Medizin für alle:
ein neues Kapitel für die Region
Das Universitätsspital Basel (USB) ist finanziell auf Kurs: Der Konzerngewinn steigt im Berichtsjahr auf 6.6 Millionen Franken. Der Kauf des Claraspitals, der Neubau des Klinikums 2 und die Digitalisierung werden die Zukunft des USB prägen.
Kennzahlen 2025
USB
44'060
stationäre Patientinnen und Patienten
8'225
Mitarbeitende
Konzern
1,6
CHF Mrd. Umsatz
7,2 %
EBITDAR-Marge
Interview mit Robert-Jan Bumbacher, Verwaltungsratspräsident, und Dr. med. Rakesh Padiyath, Spitaldirektor
Das USB hat letztes Jahr das Claraspital erworben. Dieser Kauf ist für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der ganzen Region Nordwestschweiz wegweisend. Robert-Jan Bumbacher, Rakesh Padiyath, wo steht das USB und was wird sich ändern?
Bumbacher: Wir sind auf einem sehr guten Weg. Die Patientinnen und Patienten vertrauen uns; wir verzeichnen in fast allen Bereichen steigende Leistungszahlen. Ob ambulant oder stationär – das USB ist für die Menschen in der Nordwestschweiz das Spital der Wahl. Auch wirtschaftlich war der Spitalbetrieb 2025 erfolgreich; dies ist wichtig, um die anstehenden Investitionen zu finanzieren. Das gute Ergebnis verdanken wir dem grossen Einsatz unserer Mitarbeitenden und einer laufenden Verbesserung unserer Prozesse.
Padiyath: Es ist erfreulich, dass wir diesen Kurs nun unter Einbezug des Claraspitals fortsetzen können. Wir avancieren damit unter die grössten Schweizer Universitätsspitäler. Wir haben in den letzten Monaten in gemischten Teams intensiv an der Ausgestaltung der beiden Standorte USB und Claraspital gearbeitet. Besonders freut mich, dass sich dabei alle einig sind: Wir werden das Angebot konsequent nach den Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten ausrichten. Am Claraspital wird ein umfassendes Krebszentrum entstehen. Das wird einen Quantensprung für die Onkologie in der Nordwestschweiz darstellen. Dies gilt aber nicht allein für Krebserkrankungen; in allen Disziplinen können wir als erweitertes Spital weiter in die beste Medizin investieren und den Menschen über die Region hinaus helfen.
Robert-Jan Bumbacher, Verwaltungsratpräsident USB
«Ob ambulant oder stationär – das USB ist für die Menschen in der Nordwestschweiz das Spital der Wahl. Auch wirtschaftlich war der Spitalbetrieb 2025 erfolgreich; dies ist wichtig, um die anstehenden Investitionen zu finanzieren.»
Was bedeutet der Kauf des Claraspitals für das USB und für die Versorgungsregion?
Bumbacher: Es bot sich eine historische Chance, als wir von den Plänen der Ingenbohler Schwestern erfuhren, das Claraspital zu verkaufen. Wir können mit dem Claraspital unsere Position in der universitären Medizin auf nationaler Ebene nachhaltig stärken und unsere Infrastruktur modernisieren, ohne das Klinikum 3 bauen zu müssen. Wir erhalten hervorragend qualifiziertes Personal und integrieren ein Haus mit eingespielten Prozessen und einer exzellenten Unternehmenskultur. Kurzum: Wir verbessern die Versorgung in der universitären und hochkomplexen Medizin für die Region und schonen gleichzeitig massiv die Ressourcen.
Padiyath: Der Bau des Klinikums 3 entfällt. Dieser Verzicht ist ein Beitrag zur Konsolidierung von vorhandenen Spitalinfrastrukturen in der Versorgungsregion. Zudem ist er eine grosse Entlastung auf dem dicht gedrängten Campus, wo derzeit das Klinikum 2 durch einen Neubau ersetzt wird. Weitere Investitionen an beiden Standorten werden folgen. Die eigentlichen Synergien entstehen mit einem abgestimmten Medizinportfolio und dank harmonisierter Prozesse.
«2026 steht im Zeichen der Integration des Claraspitals ins USB und der Transformation an beiden Standorten. (...) Ich freue mich sehr über die grosse Offenheit unserer Mitarbeitenden auf beiden Seiten des Rheins, diesen Weg gemeinsam zu gehen und sich für die Medizin der Zukunft zu engagieren.»
Dr. med. Rakesh Padiyath, Spitaldirektor USB
Neben der Integration des Claraspitals und dem Neubau des Klinikums 2 stehen auch Investitionen in die Digitalisierung an. Wie bewältigen Sie diese Gleichzeitigkeit von Grossprojekten?
Bumbacher: Wir priorisieren, um unseren Kernauftrag zu erfüllen: Gesundheitsversorung, Forschung und Lehre auf höchstem Niveau zu sichern. Dazu braucht es eine moderne Infrastruktur, digital wie physisch. Wir haben gerade erst den Grundstein für das Klinikum 2 gelegt; nach dem Tiefbau geht es nun in die Höhe. Zudem investieren wir laufend in unser Personal und bleiben so als Arbeitgeber attraktiv.
Padiyath: Im Bereich der Digitalisierung steht ein richtungsweisender Entscheid an. Wir wollen mit dem neuen Klinischen Informationssystem einen grossen Schritt in Richtung digitales Spital machen. Wir prüfen auch laufend Anwendungen für Künstliche Intelligenz und sind überzeugt, dass hier enormes Potenzial liegt für die Unterstützung unserer Fachkräfte in der täglichen Arbeit: Primär in Dokumentation und Diagnostik, aber auch in der Forschung. In der universitären Spitzenmedizin darf man nicht abwarten; wer nicht investiert, gerät ins Hintertreffen. Unsere Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht jederzeit die beste Medizin auf dem aktuellen Stand der Forschung und der Technik. So habenwir erst kürzlich in Rekordzeit die Investition des neuesten Da Vinci-Roboters vorangetrieben, mit dem wir in Zukunft auch in der Herzchirurgie minimal-invasiv operieren können.
Was für ein Jahr – und das mit einem Spitaldirektor, der erst im Mai 2025 das Ruder übernommen hat. Welche Überraschungen erwarten uns 2026?
Padiyath: Überraschungen kommen eben ungeplant, wie die Gelegenheit zum Kauf des Claraspitals zeigt. 2026 steht im Zeichen des Programms «PONTE» – die Integration des Claraspitals ins USB und die Transformation an beiden Standorten. Wir gehen hier sehr sorgfältig vor und binden alle Fachbereiche beider Häuser ein. Ich freue mich sehr über die grosse Offenheit unserer Mitarbeitenden auf beiden Seiten des Rheins, diesen Weg gemeinsam zu gehen und sich für die Medizin der Zukunft zu engagieren.
Bumbacher: Rakesh Padiyath hat das Vertrauen des Verwaltungsrats in seinem ersten Jahr mehr als gerechtfertigt. Er steuert das USB mit sicherer Hand durch sehr bewegte Zeiten. Was uns 2026 politisch beschäftigen wird, ist die Frage, ob die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons Basel-Landschaft weiterhin unser volles Leistungsspektrum ohne Zusatzversicherung in Anspruch nehmen dürfen und somit die Patientinnen und Patienten nach ihren Bedürfnissen entscheiden, wo sie sich behandeln lassen wollen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kooperationen entlang der Patientenströme die beste und effizienteste medizinische Versorgung erlauben. Künstliche Hürden hingegen führen zu teuren Überkapazitäten.
News aus dem USB
Der Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat ist das oberste geschäftsleitende Organ des Unternehmens. Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst. Vorbehalten ist die Wahl des Präsidenten durch den Regierungsrat. Der Verwaltungsrat delegiert die Geschäftsführung vollumfänglich an die Spitalleitung, soweit nicht das Gesetz oder das Organisationsreglement etwas anderes vorsehen. Der Verwaltungsrat übt die Oberleitung und die Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsführung aus.